Eine Kontrollbetreuung kommt nur ausnahmsweise in Betracht. Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht erstellt und einen Bevollmächtigten benannt haben, geht diese Vorsorgevollmacht grundsätzlich einer gesetzlichen Betreuung durch einen gerichtlich angeordneten Betreuer vor. Eine Vorsorgevollmacht schließt damit grundsätzlich eine gesetzliche Betreuung aus.

Besteht jedoch der konkrete, durch hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte untermauerte Verdacht, dass mit der Vollmacht dem Betreuungsbedarf nicht Genüge getan wird, kann das Gericht eine Kontrollbetreuung anordnen und einen Kontrollbetreuer bestimmen, der auch ein Berufsbetreuer sein kann.

Der Kontrollbetreuer überwacht den Bevollmächtigten, er kann Auskunft und Rechenschaft verlangen. In bestimmten Fällen kann das Gericht den Kontrollbetreuer auch ermächtigen, die Vollmacht gegenüber dem Bevollmächtigten zu widerrufen.

Das bedeutet: Solange die Vollmacht nicht widerrufen wird, bestehen Vorsorgevollmacht und eine gerichtlich angeordnete Kontrollbetreuung nebeneinander.

Was sind das für Fälle, in denen eine Kontrollbetreuung angeordnet werden kann?

Dies sind vor allem zwei Situationen:

  1. die zu besorgenden Fälle sind besonders schwierig und/oder besonders umfangreich, oder
  2. es bestehen Bedenken gegen die Redlichkeit oder Tauglichkeit des Bevollmächtigten. Hierbei reicht es aus, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Bevollmächtigte nicht mehr entsprechend der Vereinbarung und dem Interesse des Vollmachtgebers handelt; es muss nicht zwingend zu einem Missbrauch der Vollmacht bzw. zu einem entsprechenden Verdacht gekommen sein.

Wie lässt sich eine Kontrollbetreuung vermeiden?

Die wichtigste Voraussetzung für die Vermeidung der gerichtliche Anordnung eines Kontrollbetreuers ist, dass Sie einen geeigneten Bevollmächtigten auswählen. Dieser sollte Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen und auch tatsächlich in der Lage sein, Ihre Angelegenheiten für Sie zu regeln.

Zudem lässt sich auch durch verschiedene Gestaltungen in der Vorsorgevollmacht vorbeugen, dass Zweifel an der guten Umsetzung Ihrer Vorsorgevollmacht aufkommen und Dritte oder das Gericht ein Kontrollbedürfnis für Sie annehmen. So haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, neben Ihrem „Haupt-“Bevollmächtigten einen Unterstützungsbevollmächtigten (oder auch: Kontrollbevollmächtigten) zu benennen. Dieser steht Ihrem Bevollmächtigten zur Seite und kann auch gewisse Kontrollfunktionen ausüben.

Die Aufgabe eines Unterstützungsbevollmächtigten kann auch von einem VorsorgeAnwalt übernommen werden. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Fazit

Die Auswahl des Bevollmächtigten ist von allergrößter Wichtigkeit!

Die Aufgabe, sich als Bevollmächtigter um einen Menschen zu kümmern, kann zeitintensiv und komplex sein und von Entscheidungen über Ihre Gesundheit bis hin zu Finanzgeschäften und Vermögensverwaltung reichen. Sie sollten daher eine Vertrauensperson wählen, die Ihre Angelegenheiten später tatsächlich regeln kann und dies auch tut.

In bestimmten Fällen kann es zudem sinnvoll sein, Ihrem Bevollmächtigten einen Unterstützungsbevollmächtigten zur Seite zu stellen, den Sie in Ihrer Vorsorgevollmacht benennen.

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