Vorsorgevollmacht und das Verwenden einer Vorlage

Das Verwenden einer Vorlage bzw. von Mustern oder Formularen birgt bei Vorsorgevollmachten erhebliche Gefahren:

  • Wir haben die gängigen Vorlagen, Muster und Formulare analysiert und festgestellt, dass zahlreiche Vorlagen inklusive der entsprechenden Erläuterungen Fehler und/oder nicht sinnvolle Regelungen enthalten. Dies gilt leider z.B. auch für Muster von Behörden oder anderen offiziellen Stellen.
  • Da es sich um juristische Texte handelt, können etwaige Fehler oder nicht sinnvolle Regelungen von jemanden, der nicht Experte auf diesem Gebiet ist, nicht erkannt werden.
  • Auch weiß der juristische Laie regelmäßig nicht, worauf er achten muss. Er kann nicht wissen, welches von mehreren zur Verfügung stehenden Mustern oder Formularen er auswählen soll.
  • Oft gibt es „Ankreuzmuster bzw. -formulare“, in denen der Nutzer bei der jeweiligen Regelung ein Kreuz bei „Ja“ oder „Nein“ machen soll. Der Zusammenhang zwischen vielen Regelungen ist dem Nutzer aber nicht immer klar. Werden hier mit den Kreuzchen sich widersprechende Regelungen getroffen oder entstehen dadurch sogar Lücken in der Vorsorgevollmacht, kann diese ungültig sein. Folge: es kommt zu einer gerichtlich angeordneten Betreuung, was ja gerade vermieden werden sollte.
  • Ihr ganzes Vermögen kann durch eine schlechte Vorsorgevollmacht gefährdet sein.
  • Eine schlechte Vorsorgevollmacht kann zu Streit zwischen den Angehörigen führen und die Familie sehr belasten (inklusive Kosten für Rechtsstreitigkeiten).
  • Eine Vorlage bietet meist nur eine Gestaltungsmöglichkeit. Der Nutzer wird dabei regelmäßig nicht aufgeklärt, welche Möglichkeiten darüber hinaus existieren.
  • Es besteht ein hohes Risiko, dass eine Vorlage auf Ihre Situation nicht passt. Individuelle Lösungen sind durch Vorlagen nur schwer umsetzbar.
  • Die meisten Muster/Formulare enthalten keinerlei Regelungen zur Vorbeugung von Missbrauch. Mit dem Thema Missbrauch der Vorsorgevollmacht und der Vermeidung dieser Gefahr sollte sich aber jeder, der eine Vorsorgevollmacht erstellt, beschäftigt haben.
  • Des Weiteren wird regelmäßig nicht unterschieden zwischen dem Außenverhältnis und dem Innenverhältnis. Oder es gibt gar keine Vorlagen für das Innenverhältnis. Das Außenverhältnis ist das rechtliche „Können“ des Bevollmächtigten gegenüber Dritten. Der Bevollmächtigte ist in der Regel umfassend befugt, Geschäfte für den Vollmachtgeber abzuschließen. Das Innenverhältnis ist das rechtliche „Dürfen“ im Verhältnis Vollmachtgeber und Bevollmächtigter. Der Vollmachtgeber kann nämlich im Innenverhältnis beschränken, was der Bevollmächtigte machen darf. Ist das Innenverhältnis nicht geregelt, löst dies u.U. auch unerwünschte Rechtsfolgen aus.
  • Vielen ist nicht bewusst, welche rechtlichen Konsequenzen mit den einzelnen Regelungspunkten einer Vorsorgevollmacht verbunden sind.

Mit einer Vorsorgevollmacht ermächtigten Sie eine andere Person für Sie zu handeln, wenn Sie selbst Ihre Angelegenheiten nicht mehr regeln können. Ihr Bevollmächtigter entscheidet eventuell auch über existenzielle und wichtige Aspekte Ihres Lebens. Eine Vorsorgevollmacht hat enorme Auswirkungen auf Ihr Leben und sollte als juristisches Dokument sorgfältig erstellt werden.

Nur ein Jurist, der sich mit dem Erstellen von Vorsorgevollmachten auskennt, kann eine für Sie maßgeschneiderte Lösung entwickeln und Sie vor Gefahren rechtswirksam schützen.

Fazit

Es ist nicht sinnvoll, durch selbst erstellte Vorsorgevollmachten Geld sparen zu wollen. Dazu ist eine Vorsorgevollmacht zu wichtig. Denn durch eine solche legen Sie Entscheidungen über Ihre Gesundheit, Ihr Vermögen und Ihre Freiheit in andere Hände. Am Ende kann eine schlechte Vorsorgevollmacht viel mehr Geld kosten, als eine von einem Juristen erstellte es je getan hätte. Und eine unwirksame Vorsorgevollmacht führt dazu, was gerade vermieden werden sollte: Das Gericht ordnet eine gesetzliche Betreuung an, die mit erheblichen Nachteilen verbunden ist.

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